Sankt Olavsweg – Teil 1 – In Schweden auf den Spuren Sankt Olavs

Der Sankt Olavsweg startet offiziell im schwedischen Selånger, wo sich zur damaligen Zeit (im Hinblick auf die Geschichte des Weges) der Hafen befand. Man kann in der heutigen Zeit aber auch schon in Sundsvall starten, wo die meisten Pilger am Bahnhof ankommen. Selånger befindet sich ca. einen Tagesmarsch entfernt, ein ausgeschilderter Weg ist vorhanden.

 

Anreise nach Schweden

Nach Sundsvall kann man bequem mit Bus, Bahn und dem Flugzeug anreisen. Ich starte in Deutschland/Niedersachsen um ca. 20 Uhr Abends mit dem Zug und fahre die Nacht über Dänemark nach Schweden. Die letzten 100 km vor Sundsvall geht es mit dem Bus weiter, da es Bauarbeiten an den Gleisen gibt. Es wird einem allerdings alles auf Englisch erklärt und die Zug-Angestellte kümmert sich hervorragend um mich und die anderen Reisenden. In Sundsvall komme ich um ca. 17 Uhr Abends an und bin somit fast 24 Stunden unterwegs.

Nachdem ich den Zugwagen/Pilgerwagen, mit dem ich den Weg gehe, zusammengebaut habe, gehe ich noch durch die Innenstadt kurz hinter Sundsvall, wo ich mein Zelt in der Natur aufschlage.

Nach einer entspannten Nacht geht es den nächsten Tag noch mal zurück nach Sundsvall zur Touristen-Information, außerdem eine Handykarte besorgen, die in Schweden sehr günstig und empfehlenswert ist. Anders als in Deutschland kann sich einfach jeder ohne Registrierung eine SIM-Karte kaufen und Guthaben aufladen, das in Schweden extrem günstig ist. Danach hole ich mir noch ein paar Lebensmittel auf dem örtlichen Marktplatz, komme ins Gespräch mit ein paar Schweden, von denen ich einen geräucherten Hering geschenkt bekomme, und gehe erst am Nachmittag weiter Richtung Selånger. Die Nacht verbringe ich in einer kleinen Schutzhütte mitten in der Natur.
Als Abendessen gibt es den geräucherten Hering, Kartoffeln und einen Salat. Bis auf eine Kostprobe war dies außerdem das einzige Tierische auf dem kompletten Pilgerweg. Da ich danach schon gefragt wurde, „ja“ es ist absolut kein Problem sich auf dem Weg vegan zu ernähren. Ihr kommt fast täglich an einem Supermarkt vorbei!
YouTube: Olavsweg Schweden – Beginn meiner Pilgerreise in Sundsvall

 

Selånger offizieller Beginn – Sankt Olavsweg

In Selånger kann man sich einen Pilgerpass holen und auf dem kompletten Weg Pilgerstempel sammeln, womit man anschließend eine super Erinnerung hat! Ein paar Stunden nach Selånger entdecke ich auf dem Pfad ein Schild „Free-Coffee & Sandwich“ und komme somit bei den ersten Trail Angels vorbei. Das sind Menschen die sich um die Pilger und teilweise auch um den Pilgerweg kümmern.  …also los den Kaffee nehme ich gerne!

Die nächsten 2 Stunden verbringe ich im Trockenen bei Kaffee und Kuchen. Als dann der Regen wieder etwas nachlässt mache ich mich wieder auf den Weg und schon kurze Zeit später komme ich an einem wundervollen Rastplatz vorbei, wo sich die Nacht mit Schutzhütte, Feuerstelle und Tisch bestimmt super verbringen lässt.
Wer morgens in Selånger startet und nicht die Nacht im Naturschutzgebiet verbringt, kann dies als ersten Rastplatz für die Nacht verwenden. Bei mir geht es allerdings noch etwas weiter. Von den Trail Angels bekomme ich bei der Rast noch eine gezeichnete Karte, wie ich eine Quelle und ein Stempelkissen für meinen Pilgerpass nahe Matfors finde.
Am Abend finde ich schließlich, nach insgesamt 22,4 Kilometern hinter Matfors, eine geeignete Stelle für mein Zelt.
YouTube: Der Olavsweg Tag 2 – Selånger, meine erste Einladung von Einheimischen

Am folgenden Tag geht es auf einer schier endlosen Schotterpiste weiter nach Stöde. Auf dem Weg komme ich an einem Badeplatz vorbei und gehe im doch sehr warmen See baden. Außerdem komme ich dazu meine Sachen zu trocknen und finde sogar einen Stromanschluss. Perfekt! Bis 10 Minuten später plötzlich eine Menge Leute auftauchen und sich herausstellt, dass heute eine Familienfeier stattfindet. Also packe ich meine Sachen und gehe wieder einmal im Regen weiter. In Stöde erwartet mich eine schöne Kirche und eine Einkaufsmöglichkeit, die ich noch kurz vor Ladenschluss erreiche. Einen Zeltplatz gibt es heute nach ein paar Kilometern hinter dem Ort in einer bepflanzten Kurve nach 26,6 Kilometern.
YouTube: Pilgern in Schweden – Olavsweg – Matfors – Stöde

 

Strahlender Sonnenschein und frische Datteln in Schweden

Gegen Vormittag komme ich an einem schönen See vorbei, der direkt neben der Straße liegt. Perfekt um eine Pause zu machen und meine Sachen in der Sonne zu trocknen. Anschließend geht es weiter nach  Torpshammar, wo ich mich im ICA Markt mit frischem Obst und Datteln versorge Das Highlight des Tages! Die Nacht ist geprägt vom lauten Rauschen des reißenden Baches, der neben dem Rastplatz entlang fließt. Zum Abendessen gibt es selbstgemachten Kartoffelsalat. Endlich mal das ganze Gewicht loswerden, was ich mit mir rumschleppe. Heute bin ich 20,5 Kilometer gegangen.
YouTube: Wandern in Schweden – Tag 4, pilgern nach Torpshammer

 

Die Sillre Kapell und meine erste Nacht auf einem Campingplatz

Heute zum Frühstück: Rundkornreis mit frischen Datteln vom Vortag! Mmmm lecker!

Als erstes verschicke ich von einem Coop Supermarkt, unnötigen Sachen mit einem Paket zurück nach Deutschland. Anschließend geht es an einem wunderschönen Fluss entlang und ich entdecke auch einen Rastplatz der sich sicher auch super zum Übernachten eignet. Bei mir geht es allerdings noch weiter. Sonne und Regen wechseln sich immer wieder ab, bis ich schließlich die Sillre Kapell erreiche, wo ich mir einen Pilgerstempel hole. Da es sonst nicht viel zu sehen gibt und in der Entfernung schon wieder Regenwolken auftauchen, mache ich mich auf den Weg nach Borgsjö, das ich im Regen erreiche. Da ich genug vom Regen habe und gerne ein paar Videos für meinen YouTube Kanal bearbeiten möchte, entschließe ich mich nach 24,5 Kilometern die Nacht auf einem Campingplatz in Borgsjö zu bleiben.

Auf dem Campingplatz gibt es kleine, beheizte Hütten mit Stromanschluss, Kochmöglichkeit, Geschirr, Tisch und Stühlen und langsames Wlan. So lassen sich doch bequem ein paar Videos schneiden. Direkt gegenüber vom Campingplatz befindet sich eine Tankstelle mit großem Lebensmittelsortiment als einzige Einkaufsmöglichkeit. Neben Proviant für die nächsten 2 Tage (wichtig, keine andere Einkaufsmöglichkeit!), sündige ich an diesem Abend mit ein paar Chips und kann mir in der kleinen Hütte auch bequem etwas kochen. Für die Nacht zahle ich ca. 15 Euro.
YouTube: Pilgern in Schweden – Olavsweg – Torpshammer – Västanå

 

Erste größere Etappe & Gimån Flussüberquerung

Ich bearbeite bis spät in die Nacht Videos und auch den Morgen nutze ich noch dafür. Anschließend besuche ich noch mal die Tankstelle und schaue ob ich genügend Lebensmittel für die nächsten 2 Tage habe. Danach geht es, wieder einmal bei Regen los Richtung Bräcke. Der Weg ist heute relativ öde und ich bin froh als ich nach sehr viel Steigung und nur Regen nach 11,6 km eine Schutzhütte erreiche, die direkt an einem Quell-Tümpel liegt. Arsch-kaltes Wasser! Eishände beim Wasser nachfüllen garantiert!

Den Tag darauf regnet es wieder.. aber es kommt das absolute Highlight der Schutzhütten! Mitten im Wald an einem See erwartet mich nach 18,7 Kilometern eine von innen abschließbare Schutzhütte, Wind und Wetter geschützt, mit Feuerstelle und Feuerholz. Wundervoll, genau das brauche ich jetzt! Trotz des Schutzes der Hütte wird es mir nachts sehr kalt. Eine lange Unterhose ist empfehlenswert! Auch der Folgetag wird sehr kalt. Es geht weiter, 23,1 Kilometer durch Wälder und Hügel, bis nach Bräcke. Bin ich froh, dass ich warme Sachen mithabe, echt frisch!

Gleich am Ortsanfang von Bräcke erwartet mich eine echt schöne Kirche mit rotem Dach! Im Supermarkt hole ich mir neue Vorräte, mache mir einen leckeren Salat direkt auf einer Sitzbank auf der Terrasse des Supermarktes und genieße dabei die Sonne.  Am Abend überquere ich den Gimån Fluss auf einer wunderschönen Holzbrücke. Danach bietet sich eine top Zelt-Location direkt am Fluss an. Sicherlich auch eine schöne Stelle um einen Tag lang zu entspannen und zu baden!
YouTube: Teil 1  / Teil 2 / Teil 3

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