Sankt Olavsweg – Teil 3 – Elche & wunderschöne Natur

Endlich wieder schönes Wetter

Die ganze Nacht über herrscht regelrecht Sturm. Am nächsten Morgen erwartet mich zwar endlich wieder die Sonne, allerdings stelle ich fest, dass der Storsjön See durch seine Größe und Tiefe im Sommer nicht wirklich warm wird. Das Wasser ist enstprechend kalt. Brrr!

Ich verlasse die Insel Frösön über eine Brücke und befinde mich nun in der Kommune Krokom, wo der Weg erst am Wasser entlang führt und später zu einem Waldweg wird. Heute komme ich an zwei Kirchen vorbei und es ist blendendes Wetter, sodass ich es kaum schaffe viel zu laufen, da ich ständig Fotos und Aufnahmen mache. Eine wunderschöne Gegend!

So wie es aussieht hat mein Foto von gestern Anklang auf Facebook gefunden, denn auf der Straße hält ein Auto an und kurze Zeit später steigt eine Frau aus, kommt auf mich zu und meint ich sei doch der aus Deutschland und sie müsse mich doch ansprechen. Verwundert schaue ich sie an, woraufhin sie mir erzählt, dass ihre Freundin gestern bei Facebook Bilder von mir gepostet hat und sie mich deshalb erkannt hat. haha! lustig! Ich werde berühmt.

Anschließend geht es weiter bis zu einer Quelle. Hier mache ich Mittagspause und esse meine Nudeln, die ich mir am Morgen gekocht habe. Ich werde noch mal von einem Herrn angesprochen, woher ich komme und wohin ich möchte. Das Gespräch ist nett. Er arbeitet im Moment für den Olavsweg oder hat zumindest ein T-Shirt davon an. Nach einer kurzen Pause gehe ich weiter, erblicke meinen ersten Elch in Schweden und erreiche am Abend Nählden. Im örtlichen Supermarkt stocke ich meinen Müsli-Vorrat auf und esse einen Teil davon sofort. Müsli ist einfach super! Einfach Wasser drauf, kurz einweichen lassen und gut. Lecker!

Danach durchquere ich noch den Ort Vaplan, bevor sich eine abgerodete Fläche mit weichem Kiefernnadel-Boden, Moos und Preiselbeeren findet, wo ich mein Zelt für die Nacht aufstellen kann.
YouTube: Pilgern auf dem Olavsweg in Schweden – Frösön & Vaplan – endlich schönes Wetter!

Verfolgt von einem Bullen

Als ich am nächsten Tag das Zelt öffne begrüßt mich die Sonne!
Der Tag führt mich Richtung Alsen. Auf dem Weg dorthin geht es durch Wald und Wiesen. Das erste Mal auch über eingezäunte Wiesen, auf denen Kühe weiden. Die Kühe gucken mich komisch an. Mein Wagen ist vielleicht etwas untypisch. Alle muhen, trappeln etwas zueinander und rennen dann mit Karacho weg. Bis auf einen jungen Bullen. Dieser verfolgt mich muhend und stampfend bis zum Ende der Weide und mittlerweile habe ich es schon etwas eiliger von der Weide zu kommen. Dieses Gestampfe und der immer näher kommende Bulle sind nicht so toll. Die Weide wird mit einem Seil getrennt, welches sich nicht lösen lässt!! Ich schaue, fasse es an und bekomme einen Stromschlag. haha!
Ich will schnell runter von der Weide, kann aber den Hänger die Treppe nicht hochwuchten, die über den Zaun führt, da diese schmal, steil und der Hänger sehr schwer ist. Oben angekommen mache ich erst mal eine Verschnaufpause und schieße ein Foto. Die Kühe kommen, schauen mich an und rennen dann alle inklusive des Bullen weg. Ich gehe auf die andere Seite und ziehe dann den Wagen unter der Absperrung hindurch.
Später erreiche ich verschiedene Infotafeln zum Thema Elche und Jagd. Neben allgemeinen Informationen über Elche geben die Infotafeln Aufschluss darüber, wie die Elch-Population durch die Rodung von Waldflächen wuchs, wie diese gejagt wurden, aber auch, dass die Menschen damals auf die Elche angewiesen waren. Einige Zeit später führt der Weg noch an ein paar historischen Hütten vorbei und es gibt ein Elch-Museum, welches ich aber nicht besuche.

Von den Hügeln geht es wieder runter ans Wasser. Diesmal an den Alsensjön mit dem gleichnamigen Ort Alsen. Am Wasser gibt es einen Badeplatz mit einer sehr geräumigen Umkleidekabine aus Holz, die durch die Sonne schön aufgeheizt ist. Es fängt an zu regnen und da ich für heute genug habe und an der Badestelle außer ein paar Wohnmobilen nix los ist, baue ich mein Zelt in der Umkleidekabine auf und schlafe die Nacht über dort.
YouTube: Pilgern auf dem Olavsweg in Schweden – Vaplan & Åse – verrückte Kühe!

Kaffee und Kuchen in Mörsil

Heute stehe ich schon um kurz vor 5 Uhr auf, packe meine Sachen zusammen, frühstücke etwas und gehe um kurz nach 6 Uhr 22 Kilometer auf direktem Weg Richtung Mörsil. Durch das schlechte Wetter heute Morgen ist meine Stimmung etwas getrübt und ich habe nicht schon wieder Lust auf matschige Wege und nasses Gras. In Mörsil angekommen, kaufe ich kurz ein und suche mir anschließend ein Café, wo ich den kompletten Nachmittag am Laptop sitze und Videos bearbeite. Der Kaffee kostet hier “all you can drink” 20 Kronen. Dazu kaufe ich mir noch zwei Stückchen Kuchen, die mich zusätzlich zum Kaffee noch mehr aufdrehen lassen. Es wäre mir sonst auch unangenehm gewesen, nur Kaffee zu trinken und den halben Tag dort zu verbringen. Normalerweise esse ich keinen Zucker.

Um 17 Uhr schließt das Cafè leider schon und ich begebe mich weiter Richtung Järpen. Auf dem Weg finde ich noch ein Schild mit „Römmen“. Das muss die Gegend sein, zumindest nennt sich kein Ort auf der Karte so. Es ist allerdings ein schönes Schild! Es geht vorbei an einem Museum für Häuser, die auf Holzbohlen gebaut sind. Da die Häuser größtenteils offen sind, überlege ich kurz, ob ich in so einem Haus schlafen soll, entschließe mich dann allerdings doch noch weiter zu gehen. Nach circa 3 Kilometern erreiche ich einen wunderschönen See. Ich nutze das schöne Wetter und gehe baden, wasche Unterhosen und Socken. Danach baue mein Zelt auf und genieße beim Abendessen den Sonnenuntergang.
YouTube: Pilgern auf dem Olavsweg in Schweden – Mörsil & Åre Kommune – der Renner!

Regen, Regen, Regen auf dem Weg nach Åre

Heute stehe ich um kurz nach 6 Uhr auf. Leider hat es die Nacht über geregnet und meine Sachen, die ich den Abend zuvor gewaschen habe, sind nicht trocken geworden. Ich hätte wohl doch in der großen, sauberen Umkleidekabine aus Holz schlafen sollen, wo ich nun mein Frühstück zu mir nehme.

Mein erstes Ziel für heute ist Järpen. Die Strecke geht zwar durch den Wald, aber auch immer wieder an der Straße entlang. Schade! In Järpen suche ich den Coop Markt auf, was passend ist, da es mal wieder anfängt zu regnen.
Da mir das Café gestern so gut gefallen hat, schaue ich bei Google Maps und entdecke nach kurzer Zeit ein Café in der Nähe, welches allerdings erst um 11 Uhr öffnet. Ich begebe mich dorthin und warte. Ich warte und warte und irgendwann um kurz nach 11 Uhr komme ich auf die Idee, dass was auf dem Schild im Fenster steht, mal zu übersetzen.

Dort steht: „zur Zeit im Urlaub“ haha! na toll!

Und so geht es ohne Kaffee weiter Richtung Åre. Meine Füße beziehungsweise die Schuhe werden auf dem Weg, durch das herunterhängende nasse Gras leider sehr schnell nass und ich muss meine Schuhe irgendwann wechseln. So ein Mist! Mit den anderen Wanderschuhen geht es sich echt schlecht und meine Füße tun mir nach kurzer Zeit weh. Zeigt mir mal wieder, dass schwere Wanderschuhe auf diesem Pilgerweg absolut nicht nötig sind!

In Undersåker, ein paar Kilometer vor Åre, gibt es einen Supermarkt bei dem ich mir weiche Brötchen, etwas Gemüse und eine Tomatensoße kaufe. Anschließend gibt es Gemüseburger auf einer Bank in der Sonne!

Etwas hinter dem Ort findet sich dann eine schöne Stelle für mein Zelt. Noch kurz ein Feuer machen, Schuhe und Socken trocknen, etwas zu Essen machen und es fängt auch schon wieder an zu regnen. Zeit für mich ins Zelt zu gehen. Nachts werde ich um kurz nach 12 Uhr von einem Fuchs geweckt, der irgendetwas sucht, vielleicht Nahrung oder einfach nur neugierig ist. Der Fuchs lässt sich auch nicht mit „ksch“ verscheuchen, dabei bin ich sooo müde. Irgendwann haut er dann ab, kommt allerdings in der Nacht noch dreimal wieder und weckt mich.
YouTube: Pilgern auf dem Olavsweg in Schweden – Järpen & Åre – Regen!

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