Sankt Olavsweg – Teil 5 – Die Schlacht um Stiklestad

Heute erwache ich früh und kann endlich mal meine Tagebucheinträge nachholen. Um halb 9 bin ich dann endlich so weit und kann meine Sachen zusammenpacken. Ab nach Vuku! Allerdings nehme ich einen anderen Weg, als auf der Karte verzeichnet. Somit komme ich von einem Hügel aus auf Vuku zu und kann ein paar schöne Aufnahmen machen.

Vuku

In Vuku angekommen gehe ich als aller Erstes in eine Tankstelle, mir eine Handykarte kaufen. Dafür muss ich ein Formular ausfüllen und warte anschließend auf eine Freischaltung… die außerdem auch Tage danach nicht klappt. Deshalb Leute: kauft euch am besten keine SIM Karte in Norwegen viel zu umständlich! Nun, im Jahr 2017 is es sowieso nicht mehr unbedingt notwendig, da es EU weit die neuen Roaming Tarife gibt. Norwegen gehört zwar nicht zu EU, gehört aber zum Europäischen Wirtschafts­raum und deshalb könnte ihr auch dort euren Deutschland-Tarif nutzen.

Beim Coop Markt (erster Markt hinter der Grenze) nutze ich noch etwas das kostenlose Kunden WLAN, welches es überall in Norwegen bei fast jedem Supermarkt und Tankstelle gibt! Den Campingplatz in Vuku nutze ich nicht, da ich dort nur mein Zelt aufstellen kann und es keine Möglichkeit für Strom und Internet gibt – kann ich auch einfach in der Natur schlafen. Nach einigen Kilometern findet sich dafür auch das perfekte Plätzchen. An einem Aussichtspunkt direkt an der Straße. Autos fahren sehr selten und ich habe eine wundervolle Aussicht! Kochen kann ich ohne Holz schlecht, genau wie mittags, und deshalb gibt es genau wie zum Frühstück und auch wie schon mal Mittags wieder: Müsli!

Die Nacht ist sehr ruhig, ich höre insgesamt nur ein Auto, welches anhält Musik an hat etwas stehen bleibt und dann weiter fährt. Und das war es dann auch schon.
YouTube: Essenspreise in Norwegen, WiFi und SIM Card – Olavsweg Tag 20

Stiklestad

Morgens trocknet das Zelt schnell und es geht Richtung Stiklestad, wo die große Schlacht stattfand, in der Olav Haraldsson durch mehrere Männer ums Leben kam. Ich bin nun also schon ziemlich nah an Trondheim!

Stiklestad nutzt dies als großes Tourismusthema und so gibt es ein Kulturzentrum in dem Ausstellungen, Konzerte und Vorträge stattfinden. Außerdem zeigt eine Dauerausstellung den Übergang von der vorchristlichen Zeit zum Christentum. Neben der Ausstellung gibt es über das Jahr verteilt verschiedene Ausstellungen und tägliche Führungen, die einem mehr Einblick über die Geschichte des Olav Haraldsson und die Schlacht um Stiklestad geben.

In Stiklestad fiel Olav Haraldsson am 29 Juli 1030, wurde anschließend nach Trondheim gebracht und viele Jahre später heilig gesprochen, zum „Heiligen Sankt Olav“. Seit dem pilgern die Menschen vom schwedischen Sundsvall und vom norwegischen Oslo nach Trondheim.

Die Schlacht bei Stiklestad ist ein historischer Wendepunkt. Das Ende der Stammesgesellschaft hin zu der Epoche mit Königen und Christentum. Sozusagen von der Wikingerzeit hin zum christlichen Mittelalter.

In den Sommermonaten von Mitte Juni bis Mitte August gibt es einen großen Mittelalterhof für Jung und Alt.

Neben den Ausstellungen gibt es die Stiklestad Kirche, ein Freilichtmuseum, ein Denkmal, ein Reiterstandbild, die Sankt Olav Kapelle, die Kapelle des heiligen Olav und eine Freilichtbühne auf der jedes Jahr Ende August ein riesengroßes Schauspiel um den Heiligen Sankt Olav stattfindet.

Ich mache nur ein paar Fotos und Videoaufnahmen und gehe anschließend weiter Richtung Verdal.

Verdal

In Verdal gibt es in der Nähe des Bahnhofs ein kostenfreies Wlan, das ich nutze um mir ein Ticket für die Fähre nach Dänemark zu kaufen. Im Bahnhof selbst nutze ich noch den Automaten für ein weiteres Ticket um von Trondheim nach Oslo und anschließend noch etwas weiter südlich nach Larvik zum Fähranleger zu fahren. Nur danach will mich keine Gesellschaft, weder mit Automat noch Internet, einen Zug nach Braunschweig buchen lassen. Ich entscheide mich dafür, auf der Fähre ein Schild zu halten “suche Mitfahrgelegenheit nach Deutschland, zahle auch” mal schauen, wird schon irgendwie klappen.

Im Supermarkt vor Ort gibt es regionale Möhren aus Norwegen, na die muss ich mal probieren … ja, sehr sehr lecker und aromatisch mit vielen ätherischen Ölen, bekommt man in Deutschland gar nicht und 2 Euro geht für norwegische Verhältnisse echt.

Am Nachmittag mache ich mich auf nach Munkeby, Munk = Mönch, by = Stadt. Dort stehen die Ruinen von einem ehemaligen Zisterzienserkloster. Das Wetter ist heute etwas wechselhaft aber größtenteils gut. Kurz vor Munkeby schlage ich mein Zelt auf und koche mir Reis und Nudeln für den morgigen Tag. Noch ca 115 km bis Trondheim. Ich plane 110 km in 5 tagen und 5 km für den 6ten Tag. Dann habe ich genügend Zeit um mir Trondheim anzuschauen, Fotos und Videos zu machen. Den Tag darauf geht es um 5:45 von Trondheim aus mit dem Zug Richtung Oslo.

PS. In Norwegen gefällt mir der Pilgerweg nun allerdings vorerst nicht mehr so sehr … sehr eintönig, viel Straße.
YouTube: Die Schlacht um Stiklestad – Olavsweg Tag 21

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