Sankt Olavsweg – Teil 6 – Küste oder Inland ?

Munkeby

Schon nach kurzer Zeit erreiche ich Munkeby. Dort treffen ich in der Früh um 8 Uhr eine Frau die im Fluss badet. Sie sagt mir, dass sie vom Theater sei und sie gestern und heute Ronja Räubertochter spielen und ich doch bleiben solle. Das erklärt also auch die Geräusche, die ich in der Nacht gehört habe. Dabei dachte ich schon an ein Volksfest oder ähnliches. Leider muss ich ihr absagen da mein Zugtermin schon feststeht. Einen Blick auf die Klosterruinen, über welche die Bühne errichtet ist, werfe ich allerdings trotzdem und stelle fest, dass es eine schöne Atmosphäre bietet.

Das Kloster Munkeby ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster in Norwegen. Es war zu damaligen Zeiten das nördlichste Zisterzienserkloster weltweit, wurde um 1150 erbaut und ist 1567 abgebrannt. Im Jahr 2007 wurde in einem Kloster in Frankreich beschlossen ein neues Kloster nahe der Ruine zu bauen. Ein Gästehaus ist schon fertig gestellt und befindet sich ca. 1-2 Kilometer von der Ruine entfernt. Es wohnen sogar Mönche dort.

Der indre led und der ytre led

Am Fluss befindet sich ein Schild mit dem Olavsweg Zeichen, ein Pfeil zeigt nach Links, ytre led, der andere nach Rechts indre led. Ich frage die Frau am Wasser, ob sie mir weiterhelfen kann. Sie meinte das Eine sei der Küstenweg, das Andere der innere Weg.

Ich verbinde ihr “Küstenweg” mit äußerer Weg, also mit dem Fahrradweg, da es manchmal eine Trennung zwischen Fußweg und Radweg gibt, und nehme den Küstenweg. (Achtung das war ein Fehler!)

Danach geht es den äußeren Weg weiter. Allerdings wird mir nach ca. einem Kilometer und einem Blick auf die Karte bewusst, dass es sich nicht um den Fahrradweg handelt, sondern um den wirklichen Küstenweg, den ich schon in Deutschland bei meiner Planung gesehen habe, der aber nicht auf der offiziellen PDF Karte verzeichnet ist, die ich auf meinem Telefon habe. Damals fand ich den Weg schon interessant, da man bei diesem Pfad auch mal etwas am Meer pilgert bzw. den Fjord zu sehen bekommt. Ich setze mich hin und überlege und entschließe mich schlussendlich für den Küstenweg, da ich dort durch die schwere Ausrüstung bestimmt besser gehen kann. Somit kann ich mir etwas mehr Zeit lassen und vielleicht etwas am Meer bzw. Fjord entspannen.
Im Nachhinein rate ich stark von diesem Weg ab! Man geht durch viele Dörfer und auch an der Straße entlang was echt nicht schön ist.

Geht lieber durch das Landesinnere, das bereitet euch sicherlich viel mehr Freude!

Der innere- und der äußere Sankt Olavsweg.

 

Der innere Weg – Indre led

Wer lieber auf Wald- und Schotterwegen läuft, gerne in der Natur ist und kein Problem damit hat, etwas größere Abstände von Einkaufsmöglichkeiten zu haben, wählt den Indre led, also den inneren Weg. Dieser ist minimal länger als der äußere Weg, hat aber viel mehr Natur und Entspannung zu bieten.

 

Der äußere Weg – Ytre led

Der äußere Weg führt über die Landspitze Frosta auf die Insel Tautra. Von dort aus nimmt man anschließend die Fähre bis nach Trondheim, welche aber nur 2 Mal die Woche und nur bis Mitte August fährt! Hört sich zwar gut an, um die letzten Tage etwas abzukürzen, allerdings geht man sehr viel an der Straße und auf Asphalt. Es ist sehr schwer, einen geeigneten Zeltplatz zu finden und meiner Meinung nach absolut NICHT empfehlenswert.

YouTube: Munkeby Zisterzienserkloster – Indre led, Ytre led – Olavsweg Tag 22

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