Sankt Olavsweg – Teil 8 – Ich treffe andere Pilger!

Reifenpanne!

Am morgen kommt die Sonne langsam raus und das Zelt trocknet. Nach einem Frühstück geht es Barfuß weiter durch den Matsch. Der Wanderweg und die Aussicht sind unheimlich schön und ich komme sogar an einem Hochsitz vorbei von wo aus ich eine noch bessere Aussicht habe! Nur der Weg ist nicht für den schweren Wagen mit 2 Taschen geschaffen, gerade Downhill ist es teils sehr schwer.
Einige Zeit später komme ich wieder auf einen Wanderweg, nur irgendwie habe ich jetzt einen platten Reifen und muss somit erstmal den Reifen flicken. Das stellt sich als schier unmöglich dar, denn meine Fahrrad-Luftpumpe passt nicht in das Autoventil. So ein Mist! Das hätte ich ja echt mal zuhause überprüfen können! Ich überlege, was ich nun machen kann und kurze Zeit später kommt ein schwedisches Pilgerpärchen den Weg entlang und rät mir, doch mal zum Farmer zu gehen der in der Nähe wohnt. Kurze Zeit später bin ich auf dem Weg, nur mit dem Reifen in der Hand. Trotz dessen, dass wir kein Wort wechseln, außer vielleicht „hej“, bekomme ich erst einen Wassereimer, um das Loch zu finden, und anschließend sogar noch einen Kompressor, um den Reifen wieder aufzupumpen. Wow!

Drei Pilger an einem Tag

Das schwedische Pärchen treffe ich noch einmal und diesmal unterhalten wir uns eine Weile. Da der Weg allerdings noch schwerer wird und ich mich so langsam wie ein Traktor fühle, der einen Block Metall hinter sich her zieht, fasse ich den Entschluss, sobald wie möglich die Fahrrad Route zu nehmen. Dort sollte es sich in jedem Fall besser gehen lassen. Ich demontiere sogar die Extrataschen links und rechts vom Hänger und trage diese auf dem Rücken, da ich ständig hängen bleibe. Ich schleppe mich wirklich mit den letzten Kräften durch das unwegsame Gebiet und bin heilfroh, als es endlich wieder auf einen Schotterweg geht. Nun brauche ich eine Pause und etwas Leckeres zu Essen.

Nachdem ich fertig mit Kochen und Essen bin, treffe ich die dritte Pilgerin an diesem Tag. Erst das schwedische Pärchen und dann noch jemand, wow! Zuerst Wochenlang niemand und dann alle auf einmal. Nach einer dreiviertel Stunde Unterhaltung macht sich Ludmilla aus Tschechien wieder auf den Weg und ich verlasse den Wanderweg und wechsel zur Radroute da ich einfach zu kaputt bin.

Von Ludmilla habe ich noch zahlreiche Tipps bekommen, dass man auch super auch mal auf einer Veranda oder einer überdachten Terrasse schlafen kann. Viele der Häuser entlang des Weges sind alt und werden nicht mehr genutzt. Außerdem werden sehr viele Häuser auch nur am Wochenende bewohnt. Super ich freue mich, nette Idee. Nachdem ich noch ein bischen Gemüse verschenke, um noch mehr Gewicht zu verlieren, geht es weiter Richtung Hommelvik.

In Hommelvik angekommen, nutze ich das örtliche Wifi vom Supermarkt. Anschließend geht es am Wasser weiter Richtung Nähe des Industriehafens. Dort suche ich mir eine ruhige Ecke und schlage mein Zelt auf. Ich bin wieder einmal fix und fertig für heute.
YouTube: Barfußwandern auf dem Pilgerweg – Olavsweg Tag 25

Kurz vor Trondheim

Nachts werde ich von einem Auto geweckt, das wohl eine Pause macht. Die Türen gehen auf und mir schallt Musik von Manowar entgegen. Jeah! Danach schlafe ich weiter bis in der Früh ein LKW mit laufendem Motor in der Nähe steht. Der Lärm stört mich etwas, deshalb packe ich langsam meine Sachen zusammen. Hafen und Stadt werden durch eine Bahnlinie + Zaun getrennt und man hat nur die Möglichkeit an zwei Stellen den Strand/Hafen zu erreichen.

Dieses Mal gehe ich auf Wasserseite und entdecke ein paar Bootshäuser, Sand-Gras-Strand … Hier hätte mein Zelt auch super gestanden. Eignet sich bestimmt auch sehr gut für Wohnmobile, als Stellplatz für die Nacht. An einer der vielen Rastplatz-Bänke mit Tisch frühstücke ich. Anschließend geht es wieder bergauf und ich erreiche nach 10 Kilometern Vikhammer. In dem kleineren Ort befindet sich ein Supermarkt, Rema 1000, in dem ich mir frische Möhren aus der Region und zum austesten mal glutenfreie Haferflocken kaufe. Ich habe mit der Zeit festgestellt, dass ich Getreide nicht so gut vertrage, allerdings geht es mir mit den glutenfreien Haferflocken nicht anders und ich werde diese auch noch mit mir rumtragen, wenn ich zuhause ankomme.

In Vikhammer biege ich nach links ab und folge kurz darauf einem Feldweg. Durch das frühe Aufstehen bin ich relativ kaputt und jetzt fängt es auch noch zu regnen an. Erst langsam und ich suche deshalb schon am Nachmittag nach einem Zeltplatz für die Nacht. Nachdem ich einen Hügel mit Wald entdeckt habe, muss ich allerdings erst einmal den starken Regen abwarten bevor ich das Zelt aufbauen kann.
Heute gibt es Nudeln und ich koche mir schon Reis für den folgenden Tag. Danach sinke ich in einen tiefen Schlaf und erwache kurz vor Sonnenuntergang. Das Wetter hat sich gebessert und an meinem Zelt schauen mehrere Wanderer vorbei, ein Pärchen hält an und schlägt mir vor, dass ich mir unbedingt den schönen Sonnenuntergang mit Blick auf Trondheim anschauen soll. Puh, okay, nach langem Hin und Her ringen schnappe ich mir mein Equipment und folge dem Weg. Es sind noch ein paar andere Wanderer unterwegs, sodass ich mir die Stelle mit dem schönen Ausblick schnell erfragen kann. Hat sich gelohnt!

Angekommen am Zelt esse ich noch den Reis, der eigentlich für den Folgetag vorgekocht war…
YouTube: Sonnenuntergang bei Trondheim – Olavsweg Tag 26

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